Über uns

Wir sind die Familie Ramm, Mutter, Vater und drei Kinder.

Carl ist das Mittelkind. Er kam mit Down Syndrom zur Welt. 1995.

Wir lebten zu der Zeit in der Türkei, unser Leben war turbulent. Im Jahr 2000 Rückkehr nach Deutschland, hier verbrachten die Kinder ihre Schulzeit. Alle drei besuchten unterschiedliche Schulen, entsprechend ihrer persönlichen Interessen und Fähigkeiten. Dabei haben wir geholfen und unterstützt.

Doch was kommt nach der Schule? Der große Sprung in die Selbstständigkeit, Berufsausbildung oder Uni. Für unsere Älteste und unseren Jüngsten war die Sache klar, sie konnten gar nicht schnell genug das häusliche Nest verlassen.

Und Carl? Gleich in die Beschäftigung, die Werkstatt, das passte nicht. Auch er sollte die Möglichkeit haben, sich zu orientieren und auszuprobieren, mit Gleichaltrigen zu lernen und den Alltag zu bewältigen. Wir konnten in Deutschland nichts Geeignetes finden. Also suchten wir weiter und wurden in Südengland fündig. „The Mount“, ein großartiges Orientierungs-, Lern- und Lebens-Projekt. Drei Jahre Zeit für Carl, drei Jahre in einer Gemeinschaft mit Unterstützung und einem Gefühl der Zugehörigkeit. Drei Jahre mit der Chance sich optimal weiter zu entwickeln und sich auszuprobieren. Rückblickend ein voller Erfolg für uns alle.

Uns stellte sich die Frage: Warum gibt es eigentlich so ein tolles Projekt nicht auch in Deutschland? So wurde aus einer Frage eine Herzensangelegenheit: Erstens die Gründung der Anne Ramm Stiftung im Jahr 2015 und zweitens die Idee des Colleges. Ein Ort mit dem Ziel, jungen Menschen mit Unterstützungsbedarf einen geschützten Raum zur Orientierung im Wohnen und Arbeiten anzubieten.

Eine Etappe auf dem Weg zur Errichtung des Colleges ist die Lern-WG, unser erstes Wohnprojekt. Zwölf junge Erwachsene leben zusammen in einem Mehrfamilienhaus. Teilweise mit, teilweise ohne Unterstützungsbedarf. Selbstbestimmtes Lernen.

Die Stiftung versteht sich als Wegbegleiter junger Menschen auf dem Weg in ein erwachsenes Leben. Tür an Tür mit acht weiteren Mietparteien. Was sich zunächst anhört wie ein gewagtes Experiment, ist in Wirklichkeit das beste Training zur Selbständigkeit. Ausgerichtet nach den individuellen Bedürfnissen der Einzelnen sowie den Bedürfnissen der Gruppe. Und das mitten im Berliner Leben.

Das Besondere der Lern-WG im Vergleich mit anderen Wohnformen

  • 12 junge Menschen mit und ohne Assistenz leben Tür an Tür gemeinschaftlich
  • Sie unterstützen sich gegenseitig, profitieren voneinander
  • Eingliederungshilfe erfolgt durch Fachpersonal, welches auch die Verantwortung trägt
  • Benötigter Pflegedienst wird auf Wunsch eingebunden
  • Das Wohnen in der Lern-WG ist zeitlich begrenzt
  • Lernziele sind Abnabelung, Kompetenz im Alltagsleben und in der Gemeinschaft
Skip to content